497 Follower
92 Ich folge
kleeblattsbuecherblog

kleeblattsbuecherblog

eine hoffnungsvolle Welt

Das Mädchen, das Hoffnung brachte - Nicholas Vega

Annas Leben verlief bisher alles andere als glücklich. Sie ist eine Waise, lebt im Heim und zu allem übel ist sie auch noch stumm. Doch Anna hat gelernt, damit zu leben. Bis sie eines Tage nur aufgrund eines Zettels mit aufgemalten Kaninchenohren aus dem Alltag ausbricht und sich zu einer U-Bahn-Station aufmacht. Dort trifft sie auf den Rollstuhlfahrer Luke und auf Zelda, die mit ihrem Hang zur Gleichgültigkeit alle in den Wahnsinn treibt. Zusammen machen sie sich auf in das Kinderhospiz Niemalsfern, denn dort liegt die Welt im Keller, eine Welt voll Hoffnung und Harmonie. Und Anna weiß, dass sie nichts sehnlicher braucht als Hoffnung. Doch droht die Hoffnungslosigkeit in Niemalsfern Einzug zu halten und Anna, Luke und Zelda sind die einzigen, die das Land und das Kinderhospiz retten können.

Nicholas Vega hat eine einzigartige Art, Geschichten zu schreiben. Seine Schreibpalette reicht in alle Richtungen und man wird von Szene zu Szene immer tiefer in die Geschichte hineingesaugt und kommt schwer wieder daraus hervor.

So auch in „Das Mädchen, das Hoffnung brachte“. Hier geht es um die Protagonistin Anna, der das Leben bis jetzt eher übel mitgespielt hat. Waisenkind, stumm und schüchtern ist sie bis jetzt nicht in den Vordergrund getreten. Doch ein kleiner Zettel bringt ihr Leben durcheinander. Hier wird Bezug genommen auf Alice im Wunderland, denn auch Anna folgt ein paar Kaninchenohren und findet sich letztendlich in einer anderen Welt wieder.

Und schon ist man mitten in der Geschichte, reist mit Anna und ihren Gefährten, verliert sich selbst in Hoffnungslosigkeit und fragt sich, ob es denn je gut enden kann. Und dies liegt eben am Schreibstil des Autors.

Mit Textstellen wie „Leise Menschen werden leicht überhört. Aus diesem Grund müssen sie mit dem Herzen umso lauter reden“ oder „Man kann auf vielerlei Arten auf Reisen gehen. Für manche braucht man nicht einen einzigen Schritt zu tun“ fühlt man sich einfach wohl und möchte immer mehr und mehr lesen.

Und hier möchte ich  nochmals zitieren: Die Realität hat viel zu bieten, man muss sie nur mit einem dicken Klecks Fantasie anstreichen. Und genau dies macht der Autor. Er zieht einem in eine bunte Welt hinein.

Leider muss ich aber zugeben, dass ich im letzten Drittel einen kleinen Durchhänger hatte. Anna und ihre Gefährten müssen einige Abenteuer bestehen, lernen neue Leute kennen und nehmen jede Hilfe an, die sich ihnen bietet. Leider wurden diese Abenteuer etwas zu viel und ich habe mich gefragt, wann es denn endlich zum Showdown kommt. Und dann ging es schnell, zu schnell für meinen Geschmack.

Der Epilog macht dies dann aber wieder wett und ich hatte am Ende dann doch Tränen in den Augen.

Meine Rezension möchte ich mit folgendem Zitat abschließen, dass mich persönlich am ehesten berührt hat: Manche Bücher sind tot, manche sind einfach nur still und wieder andere haben einen mächtigen Herzschlag. Wo es Bücher gibt, gibt es Geschichten. Geschichten machen uns auf fantastische Weise lebendig.

Fazit:
Nicholas Vega verführt einem immer wieder in Welten voll farbiger Fantasie.