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kleeblattsbuecherblog

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Die Wedernoch

Die Wedernoch - Stefan Bachmann

Hettie befindet sich im Alten Land und stampft seit Tagen durch den Schnee auf eine Hütte zu, die einfach nicht näher kommen will. Ihre Gedanken kreisen um ihren Bruder Bartholemew. So verbringt sie Jahre dort, auch wenn sich alles nur wie Minuten für sie anfühlt. Sie weiß, dass sie von großer Wichtigkeit für die Feen ist, denn ihre Macht als Mischlingswesen könnte den Feen helfen, endgültig das Alte Land zu verlassen. Währenddessen versucht Bartholemew alles, um Hettie aus den Klauen der Feen zu befreien und stößt dabei auf Pikey, einem einäugigen Straßenjungen, der die Fähigkeit hat, Visionen von Hettie zu empfangen. Und so machen sich die beiden auf ins Alte Land, stoßen aber unterwegs auf Hindernisse, die ihre Mission zum Scheitern verurteilen.

Nach dem etwas gewöhnungsbedürftigen ersten Teil „Die Seltsamen“ wollte ich aber schon wissen, wie es denn mit Bartholemew, Hettie und den durchtriebenen Feenwesen denn weitergeht.
Der zweite Band schließt fast nahtlos an das Ende des ersten Teils an. Obwohl Jahre vergangen sind, ist es doch so, als wäre keine Zeit vergangen, zumindest ist es so in der Feenwelt, in der sich Hettie nun aufhält.

Was mir diesmal sehr gut gefallen hat, ist die düstere Stimmung, die im Alten Land herrscht. Feen sind sehr wandelbare Geschöpfe, im einen Moment zuckersüß, im anderen herrschsüchtig, hinterhältig und bestimmend. Hettie muss dies am eigenen Leib erfahren und merkt bald, dass es besser ist, zu machen, was die Feen sagen und sich still und heimlich einen Plan auszuarbeiten, um zu fliehen.

Bartholemew taucht erst ziemlich spät in der Geschichte auf und es wird erstmal Bezug genommen auf Pikey, einer neu eingeführten Figur. Pikey hat die Möglichkeit mit seinem sog. „umwölkten Auge“ Visionen aus dem Alten Land und damit von Hettie zu empfangen. Dies macht ihn für Bartholemew damit sehr wichtig und man merkt, wie im Laufe ihrer Abenteuer auch eine richtige Freundschaft entsteht. Dies fand ich sehr wichtig, gerade für Pikey, der als Straßenjunge schon so einiges erlebt hat, dass Kinder eigentlich gar nicht erleben sollen. Er findet Halt bei Bartholemew und kehrt so zu einem normalen Leben zurück, wenn man ein Leben in einem von Dampfmaschinen betriebenen und mit Mischlingswesen bevölkerten London als normal bezeichnen kann.

Zuerst tut sich nicht sehr viel in der Geschichte und so plätschert erst mal alles vor sich hin. Mir kam es sehr lange vor, bis überhaupt mal etwas geschah und dies nahm mir natürlich auch etwas die Lust am Lesen. Doch ist man über die erste Hälfte des Buches hinaus, schlagen die Ereignisse Purzelbäume und der Showdown beginnt.
Aber wieder ist das Glück den Charakteren zu oft hold, wie auch schon im ersten Teil „Die Seltsamen“.

Trotzdem geht eine kleine Faszination von der Geschichte aus. Ich vermute, dass diese Faszination bei mir von dem sehr düsteren Faden ausgeht, der sich durch alles zieht. Es scheint keine Freude zu geben, alles ist fast ohne Emotionen ausgestattet und das Augenmerk liegt auch darauf, diesen Eindruck bis zum Schluss durchzuhalten.

Ich weiß nicht so recht, was ich nun genau von dieser Diologie halten soll. Einerseits würde ich natürlich weitere Abenteuer von Bartholemew, Hettie und Pikey lesen, doch andererseits bin doch froh, die beiden Bücher abgeschlossen zu haben.

Fazit:
Eine Diologie, die ich so vorher noch nicht gelesen habe. Fantasy, Endzeitszenario und Steampunk in einer Mischung, die für micht nicht einzuschätzen ist.