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kleeblattsbuecherblog

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Mord im Dirnenhaus

Mord im Dirnenhaus. Historischer Roman - Petra Schier

Adelina, mittlerweile mit dem Medicus Neklas Burka verheiratet, sieht sich plötzlich mit Mordfällen konfrontiert, an denen angeblich ihr selbstgemachtes Konfekt schuld sein soll. Versetzt mit der giftigen Pflanze Eisenhut soll dieses nämlich zum Tod des bekannten Thönnes van Kneyarts und ihres Nachbarn Keppelers geführt haben. Adelina gerät selbst in Verdacht, genauso wie Ludmilla, eine Weise Frau und angebliche Hexe. Mit Hilfe von Neklas und dem Ratsherrn Reese versucht Adelina den Fall aufzuklären und kommt einer Ungeheuerlichkeit auf die Spur.

Auch der zweite Band der Adelina-Reihe von Petra Schier war wieder ein Vergnügen. Die sarkastische Art Adelina's, Neklas Geheimnistuerei, die Morde und noch einiges drumherum ergeben eine Mischung aus Krimi, historischem Rundgang durch Köln und Einblick in das Leben einer Familie, die täglich größer zu werden scheint. Genau dies ist nämlich mein persönliches Fazit: Adelina ist herzensgut, obwohl sie äußerlich etwas kühl und unnahbar wirkt. Sie nimmt einige neue Personen in ihren Haushalt auf, angefangen von Lehrmädchen bis hin zu einem streunenden Hund.

Gerade diese Nebencharaktere machen für mich den Roman sehr lebendig. Die treuen Mägde Magda und Franziska, die auch mal ihre Meinung sagen, Ludowig, der sich um die handwerklichen Dinge kümmert. Adelinas Vater Albert, mit Alzheimer gestraft, aber trotzdem noch lebensfroh und mit manch wichtigem Tipp aufwartend.

Adelina und Neklas sind kein typisches Paar. Jeder hat seine Geheimnisse, die er ungern ausplaudert und eher vor sich her schiebt, als sie dem anderen anzuvertrauen. Und das macht ein bisschen den Nervenkitzel bei den beiden aus.

Der kriminalistische Anteil an der Geschichte war auch wieder sehr interessant.
Auch der Einblick in die Art des damaligen Dirnenhauses und die Arbeit der Ratsherren hat mich etwas näher an den historischen Aspekt gebracht.

Petra Schier konnte mich schon mit ihrem historischen Liebesroman „Das Haus in der Löwengasse“ überzeugen, aber die Adelina-Reihe setzt dem allen noch ein Sahnehäubchen auf.

Etwas schade finde ich jedoch Adelinas Art mit den Lehrmädchen umzugehen. Der recht barsche Ton, den sie anschlägt, hat in meinen Augen eher einen negativen Effekt, gerade auf Griet, die sich Mühe gibt und versucht, es Adelina recht zu machen. Gegenüber der hochnäsigen Mira ist der Ton zeitweise angebracht, aber auch hier hätte vielleicht etwas mehr „Gefühl“ besser gewirkt.
Aber wie ich oben schon schrieb, Adelina wirkt schon sehr kühl, es ist auch ihre Art und diese wird sie so leicht nicht ablegen können.

Fazit:
Adelina und ihr Haushalt wachsen mir immer mehr ans Herz. Auf zum nächsten Teil.

Quelle: http://kleeblatts-buecherblog.blogspot.de/2013/07/petra-schier-mord-im-dirnenhaus-02-von.html