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kleeblattsbuecherblog

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Isar 2066: Trouble in the Bubble

Trouble in the Bubble - Miriam Pharo

Lucio kommt nicht zur Ruhe. Die Hoffnung auf einen ruhigen Arbeitstag schwinden, als die Botschaft von Lena Wittgenstein, die Managerin des berühmten Restaurants Leopold ihn auffordert, sofort zu erscheinen. Lucio folgt der „Bitte“ und schon findet er sich wieder in einen Fall verstrickt, den er von Anfang an gar nicht so erwartet hätte.

Diesmal wird es total undurchsichtig – und nicht nur für Lucio. Ich habe lange gebraucht, um richtig in den dritten Fall hineinzukommen, obwohl ich den Schreibstil der Autorin ja nun gewohnt war. Aber die mehr als spärlichen Informationen, raschen Szenenwechsel und neuen Charaktere, die auftauchen, hatten mich gerade am Ende etwas verwirrt zurückgelassen. Der sehr böse Cliffhanger am Ende tat dann sein übriges.

Den prägnanten Schreibstil behält die Autorin bei und die Häppchen, die zur Lösung des Puzzles vonnöten sind werden etwas kleiner und spärlicher. Das Bild will sich nicht so recht zusammensetzen, aber am Ende weiß man auch warum.

Ich musste sehr schmunzeln, als von „Oldies“ die Rede und damit ein heute sehr bekanntes Lied eines Sängers mit dem Vornamen James („You`re beautiful“) gemeint war. Diese Szene und noch weitere mit solch altmodischen Dinge, die heute bei uns ultramodern sind, haben mir unheimlich Spaß gemacht.

Ich finde diese Serie sehr ungewöhnlich, was nicht heißt, dass sie schlecht ist, im Gegenteil: gerade diese häppchenweisen Informationen und Puzzlestücke finde ich einfach toll und damit werden auch meine grauen Zellen angestrengt. Ich rätsel mit und versuche mir vorzustellen, was denn als nächstess passieren könnte. Inzwischen hat für mich die Sphäre 5, in welcher Lucio lebt, einen Charakter entwickelt und ich meine auch, mich dort schon etwas auszukennen (nicht vom geografischen her, sondern vom Leben).

Lucio nimmt sich auch nicht mehr so ernst, wie in den ersten beiden Teilen. Sein sehr großes Selbstwertgefühl hat nun auch schon einige Dämpfer erfahren und ich habe den Eindruck, dass er jetzt zeitweise seine eigene, ehrliche Haut zeigt und nicht das „Ich“, dass er sich geschaffen hat.

Während ich diese Rezension schreibe, sitze ich auf meiner Terrasse bei strahlendem Sonnenschein und 28 Grad. Ich bin froh, dass ich die Natur und alles drum herum noch „live“ erleben kann. Die Zukunft, die die Autorin geschaffen hat, ist gerade was Natur anbetrifft, sehr düster. Die Menschen leben in einer Sphäre, es gibt kein „Wetter“, keine Natur mehr. Alles ist künstlich oder virtuell dargestellt. Wie es dazu kam, hat die Autorin noch nicht verraten.

Fazit:
Eine Reihe, die ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde. Ich hoffe, dass der vierte Fall bald erscheinen wird.

Quelle: http://kleeblatts-buecherblog.blogspot.de/2013/07/miriam-pharo-isar-2066-trouble-in.html