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kleeblattsbuecherblog

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Maggie in der Stadt der Diebe

Maggie und die Stadt der Diebe - Patrick Hertweck, Maximilian Meinzold

Maggie wurde aus dem Waisenhaus entführt, konnte ihren Entführern jedoch entfliehen. Nun irrt sie durch die Straßen New Yorks, um sich zu verstecken. Dabei stößt sie auf den Unterschlupf der 40 little Thieves und wird auch gleich aufgenommen. Zusammen mit ihrem Anführer Goblin, einem verkrüppelten Zwerg halten sich die Kinder mit kleinen Diebeszügen und dem Verkauf von Ratten über Wasser. Doch Goblin weiß etwas über Maggie und ihre verstorbene Familie.
Und dann ist da noch der geheimnisvolle Herrscher über die New Yorker Unterwelt, der so einiges über die Diebeswelt weiß, das besser ungesagt bleiben sollte.

Ich hatte das Buch bei einer Verlosung des Autors gewonnen, bin aber schon länger darum herumgeschlichen bzw. habe seinen Weg via Facebook verfolgt. Denn allein das wunderschöne Cover ist schon ein Hingucker. Dass das Buch dann auch noch an meinem Geburtstag erscheinen sollte, hat mich dann noch näher hinschauen lassen. Und dann das Glück zu haben, das Buch signiert vom Autor zu bekommen, ist dann natürlich wie ein kleines Vor-Geburtstagsgeschenk gewesen.

Nun habe ich auch den Inhalt gelesen und bin letztendlich dreifach erfreut.

Die Geschichte fängt damit an, dass Maggie von den Whyos durch die New Yorker Straßen verfolgt wird. Dass wir uns dabei im Jahr 1870 befinden, macht es für Maggie natürlich nicht einfacher. Durch Zufall gerät sie jedoch an Sheppard, der ihr den Weg zu den 40 little Thieves weist und ab da jagt ein Abenteuer das andere. Warum Maggie in diese Situation geraten ist, kann ich natürlich nicht verraten, doch eins ist sicher: Maggie's Vergangenheit hat mit ihrer Gegenwart zu tun und sie muss herausfinden, um was genau es sich dabei handelt.

Der Schreibstil des Autors ist fesselnd. Befindet man sich noch im Kellergewölbe der 40 little Thieves und kann die Kälte und Feuchtigkeit, aber auch die Herzlichkeit und Freundschaft spüren, befindet man sich ein paar Seiten später am Hafen mit seinem üblen Gesindel, den Spelunken und den Rattenkämpfen.

Alles ist lebhaft beschrieben, man ist mittendrin und das Kopfkino hat eine Menge zu tun. Aber auch ruhige Moment werden eindringlich beschrieben und die Charaktere im Buch tragen dazu vieles bei.

Die Vielfalt ist dabei auch erwähnenswert. Sei es der Zwerg Goblin, der Anführer der 40 little Thieves, der mit Alkohol und ruppigem Gehabe versucht, seine Vergangenheit zu bewältigen, oder die sanfte Silence, die mit ihrem Hund Shylock ein unschlagbares Gespann bildet. Der kluge Bismarck oder der mutige Tom, der mit seiner ruppigen und mürrischen Art zum guten Freund von Maggie wird.

So bietet die Geschichte reichlich Abwechslung, ohne klischeehaft zu wirken und bringt mit der mysteriöse Vergangenheit von Maggie und dem sagenhaften Herrscher der Unterwelt einen großen Spannungsbogen ein.

Maggie ist eine sympathische junge Dame, die sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich zu erfahren, wer sie eigentlich ist. Auf diesem Weg habe ich sie gerne begleitet und am Ende habe ich mich dann doch nochmals vom Autor überraschen lassen, der dann nochmal mit einer Überraschung aufwartet. So hätte ich nicht damit gerechnet, bin aber sehr zufrieden mit dem Ende. Kleine Fragen sind noch offen, aber dies ist Absicht. Der Autor lässt sich offen, noch einen weiteren Teil zu schreiben, hat dies aber aktuell nicht vor.

Das Buch ist in vier Teile gegliedert, wobei der Anfang jeden Teils mit einer Illustration verziert ist.

Ich bin sehr positiv überrascht und kann dieses Buch nur Wärmstens empfehlen, sei es für Groß oder Klein. Ich freue mich auf weitere Geschichten des Autors.

Fazit:
Eine rundum gelungene Geschichte um ein Mädchen, dass ein Zuhause sucht.