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kleeblattsbuecherblog

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Dating für Nerds?

Naschmarkt 99 - Folge 1: Dating für Nerds - Anna Koschka

Am „Naschmarkt 99“ in Wien befindet sich ein ganz besonderes Lokal. Das „Mikitchen“, ein japanisches Restaurant, ist anders, als es erscheint. Denn hier treffen sich die ungewöhnlichsten Charaktere, die nur eines suchen: ein bisschen Glück.

Im ersten Band der siebenteiligen Ebook-Serie geht es um Leon, der seine Existenz verloren hat und nun mit einem geheimnisvollen Päckchen und einem Schlafsack in seinem Besitz, im „Mikitchen" strandet. Er will nur eins herausfinden: wer er eigentlich ist.

Schon von Anfang an ist man irgendwie in dieser Geschichte gefangen und dies liegt nicht nur an dem so bezaubernden Schreibstil der Autorin. Irgendwie kommt hier der berühmte Wiener Charme durch.

Da ich mich selbst eher zu den Nerds zähle, freue ich mich auch immer wieder, wenn in Geschichten auf diese besondere Spezies eingegangen wird und diese nicht als "Volldeppen" dargestellt werden, sondern als das, was sie eigentlich sind. Liebenswerte Menschen mit einem gesunden Spleen, der die Fantasie anregt und einem auch mal wieder Kind sein lässt. Ernst sind wir oft genug.

In diesem Teil geht es nun im Leon, der auf den ersten Blick eigentlich gar nicht wie ein Nerd anmutet, im Laufe der Story dann aber doch so einen gewissen Touch erhält.
Weiter lernen wir das Team des „Mikitchen“ kennen. Mikage Ito, kurz Miki, ist die Chefin des Restaurants. Zusammen mit der quirligen Sanas, auch Sun genannt sowie dem Computergenie und selbsternannten Nerd Lorenz, kümmert sie sich um die Wünsche der Gäste. Ihr Bestreben liegt darin, alle glücklich zu machen. Sei es durch das Genießen von Tee, einem leckeren japanischen Essen oder einfach durch Zuhören.

Zu diesem Team stößt durch einen doch recht unglücklichen Zufall Leon, der aufgrund einer Jobanzeige im „Mikitchen“ arbeiten will. Doch im Laufe der Geschichte merkt man, dass es Leon Bestimmung war, das Restaurant zu finden.

Erst wenn man mehr gelesen hat, merkt man, dass sich alles nur um eines dreht: das Glück und wie die Menschen es finden.

Ich habe jetzt schon mehrere Teile der Reihe gelesen und bin total in diese Serie verliebt. Die Autorin hat es einfach drauf, etwas total verrückt wundervolles zu schreiben. Und egal, wieviel Fantasie sie auch einsetzt, alles wirkt so, als würde es genau in diesem Augenblick so in Wien im „Mikitchen“ am Naschmark 99 passieren.

Alle ist stimmig, alle Figuren sind sympathisch und die Story ist warmherzig, fantasievoll und rührend.

Ihr merkt, ich bin total begeistert. Und wenn ich dann noch so viele Andeutungen zu Filmen, Serien und Büchern lese, schlug mein kleines Nerd-Herz noch höher.

„The Big Bang Theory“ lässt grüßen, nur dass die Hauptdarsteller nicht Sheldon, Leonard und Penny heißen, sondern Miki, Sun und Lorenz.

Am Ende erwartet einem noch ein Rezept zu Miki’s Grünteepudding sowie der Eignungstest, den auch Leon bestehen musste, um einen Job im „Mikitchen“ zu bekommen. Ich selbst hatte 6 von 11 möglichen Punkten bei dem Test und falle damit in die Kategorie „Redshirt“. Da will ich mal hoffen, dass ich keine Sprechrolle bekomme, sonst kann Pille über mich sagen „Jim, sie ist tot“.

Immer wieder wird ein geheimnisvolles Päckchen erwähnt. Dieses Päckchen zieht sich durch die ganze Serie hindurch und je mehr man liest, umso mehr will man wissen, was sich darin verbirgt. Aber hier kann ich jetzt schon sagen, dass man da doch bis zum letzten Teil warten muss.

Die Autorin schafft eine liebevolle Atmosphäre, die angereichert wird durch Teeaufgüsse, japanische Gerichte, einem gemütlichen Lokal sowie sympathischen Charakteren, die alle etwas schräg sind, Nerds eben.

Der erste Teil hat zwar "nur" 50 Seiten, doch ist in diesen alles vorhanden, was eine gute Geschichte ausmacht.

Hinter dem Pseudonym Anna Koschka verbirgt sich die Schriftstellerin Claudia Toman. Ihre Idee, eine Reihe zu schreiben und in jeder Geschichte einen anderen Charakter zur Hauptfigur zu machen, hat mich nun gefesselt. Ich bin sehr gespannt, wie zum Schluss alles zusammenläuft und ob jeder das Glück findet, dass er verdient.

Fazit:
Witzig, gefühlvoll und nach dem Lesen einfach glücklich machend.