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kleeblattsbuecherblog

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Kann das Böse sympathisch sein?

Demor - Einfach bösartig - Nicholas Vega

Lord Demor ist ein Lich und hat eigentlich einen ganz bescheidenen Wunsch: der alleinige Herrscher über Fantastika zu sein. Doch Dank eines Gesetzes der Fantasie, in welchem niedergeschrieben steht, dass das Gute immer über das Böse triumphiert, hat er keine Chance, dass sein Wunsch in Erfüllung geht. Also macht sich Demor auf, das Gesetz zu ändern. Unterwegs trifft er auf einen Ork, der nicht kämpfen will, einen kopflosen Reiter und eine eiserne Jungfrau. Aus anfänglichen Zweifeln entwickelt sich jedoch bald eine ungewöhnliche Freundschaft und der gemeinsame Plan, den Erzfeind Gabriel Syxpack zu finden, der das angebliche Versteck der Gesetze kennt.

Schon der Klappentext verspricht einem ein herrlich sarkastisches und vor allem ungewöhnliches Lesevergnügen. Denn wann kann man mal die Geschichte aus der Sicht des Bösen lesen? Wobei ich jedoch sagen muss, dass Lord Demor gar nicht der Bösewicht ist, der er zu sein meint. Denn manchmal hat er derart gute Ansichten, dass man ihn sich leicht als den Retter des Reiches vorstellen kann.

Bei diesem Roman habe ich (fast) alles durchgemacht: lachen, erschrecken, wundern, mitfühlen und auch ein bisschen Traurigkeit. Insbesondere die Bemerkungen seitens Lord Demor haben mich immer wieder schmunzeln lassen. Sein Sarkasmus ist trocken und das ist etwas, dass ich sehr gerne lese.

Die Geschichte an sich ist stark geprägt von „Der Herr der Ringe“. Ich konnte viele Parallelen ziehen. Aber auch andere Geschichten finden Einfluss, wobei ich hier nicht alle aufzählen möchte und kann.

Bei vielen Romanen finde ich solche Parallelen nicht so gut, allerdings muss ich sagen, dass man sich Lord Demor sehr gut in Mittelerde hätte vorstellen können, der an Seiten Saurons um die Herrschaft kämpft.

Gerade der Wortwitz, der zu Hauf in der Story vorkommt, macht meiner Meinung nach die Geschichte aus. Genauso auch, dass hier mal nicht die Guten im Mittelpunkt stehen, sondern das Böse. Und die vier Bösewichte sind einem irgendwie sympathisch, auch wenn sie nichts Gutes im Schilde führen. Aber jeder der vier hat seine guten Eigenschaften, allen voran die Freundschaft, die die vier miteinander verbindet.

Einen Kritikpunkt hätte ich jedoch: die stellenweisen Längen im Buch. Manche Szenen waren einfach zu ausführlich erzählt, so dass ich Mühe hatte, wieder in den Lesefluss hineinzukommen. Dies hat mich etwas gestört und gibt auch leider etwas Abzug.

Trotzdem hatte ich großen Spaß beim Lesen und würde mich freuen, irgendwann weitere Abenteuer von Lord Demor, dem Ork Bult, der Eisernen Jungfrau und dem Kopflosen Reiter mitzuerleben.

Fazit:
Eine tolle Story gepaart mit Sarkasmus, Wortwitz und ungewöhnlichen Gestalten, die lernen, was Freundschaft ist.

Quelle: http://kleeblatts-buecherblog.blogspot.de/2013/08/nicholas-vega-demor-einfach-bosartig.html