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kleeblattsbuecherblog

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tiefgründig und emotional

Jonah - Laura Newman

Emily verbringt gerne ihre Ferien auf dem Gartengrundstück ihrer Großmutter in Devlins Hope, weit abgeschieden von der Öffentlichkeit. Hier erwartet sie Natur pur, Ruhe und vor allem Erholung. Doch die Ruhe ist vorbei, als ihr der Nachbarsjunge Jonah über den Weg läuft. Zuerst lässt Emily ihn nicht an sich heran, doch dann merkt sie, dass sie und Jonah mehr verbindet, als gedacht. Und so lässt sie sich voll und ganz auf ihn ein. Bis sie eines Tages merkt, dass Jonah ein Geheimnis umgibt. Als sie herausfindet, um was es sich handelt, weiß Emily, dass sie Jonah nicht alleine lassen darf. Und macht sich an die Aufklärung eines ungewöhnlichen Falles.

Nach nun drei gelesenen Büchern der Autorin habe ich mich nun voller Vorfreude an mein viertes gemacht und wurde wieder nicht enttäuscht.
Zu Anfang glaubt man noch, dass es zwischen Emily und Jonah ein normaler Sommerflirt ist. Doch je mehr man sich in die Geschichte vertieft, umso mehr merkt man, dass es nicht so ganz normal ist.

Emily ist eine sehr sympathische junge Frau, die mit ihren 18 Jahren schon sehr erwachsen wirkt. Sie weiß, wie ihre Zukunft aussehen soll und ist auch ansonsten sehr geradlinig veranlagt.
Im Gegensatz zu Jonah, der sich nicht für seine Zukunft zu interessieren scheint und auch ansonsten sehr sprunghaft wirkt. Er hat etwas draufgängerisches an sich.
Dies jedoch wirkt sich nicht negativ auf ihn aus. Im Gegenteil, er genießt sein Leben und er weiß zumindest, dass er im Moment nur eins haben will: Spaß. Dass er diesen Spaß zusammen mit Emily haben kann, ist en Bonuspunkt und langsam, aber sicher ergänzen sich die beiden ziemlich gut. Emily wird lockerer, Jonah denkt über seine Zukunft nach.

Doch dann kommt der Knall. Für beide bricht eine Welt zusammen und die Zukunft scheint plötzlich nicht mehr wichtig. Das Hier und Jetzt rückt in den Vordergrund und die Tatsache, herauszufinden, warum alles so ist, wie es ist. Und die beiden auf diesem Weg zu begleiten, ist total faszinierend.

Mitten im Buch habe ich mich dann auch mal näher mit dem YouTube-Kanal der Autorin befasst und hier vor allem mit ihrem "Wildnis-Vlog". Laura Newman hat sich eine kleine Auszeit genommen, in dem sie mehrere Tage in der "Wildnis" verbracht hat. Wildnis heißt dabei das kleine Ferienhäuschen mitten in einer sehr abgelegenen Gegend. Es verspricht Erholung, Ruhe und Natur. Diese Wildnis ist auch die, die die Autorin in ihrem Buch unterbringt. Und so zieht man unweigerlich Vergleiche von Emily zu der Autorin.

Den YouTube-Kanal von Laura Newman kann ich Euch auch nur empfehlen. Hier gibt es viele Videos mitten aus dem Leben der Autorin. Und sie gibt auch Hintergrundinfos zu ihren Büchern.

Aber zurück zum Buch. Ich wurde positiv überrascht. Dachte ich noch am Anfang, ich bräuchte ganz viele Taschentücher, habe ich diese dann am Ende doch nicht gebraucht. Ein paar kleine Tränen sind geflossen, gerade am Ende, doch ansonsten wird in einem sehr ruhigen, leisen Ton die Geschichte erzählt. Und genau das hat mir unheimlich gut gefallen. Ich konnte mich fallen lassen, habe mich ganz der Geschichte verschrieben und bin förmlich abgetaucht.
Jonah und Emily kommen sich sehr nahe, sind ehrlich zueinander und brauchen sich auch gegenseitig. Und so ergibt sich mehr als nur eine kleine Sommerverliebtheit.

Das ganze Buch ist von vorne bis hinten eine emotionale Achterbahnfahrt. Mit viel Gefühl wird hier die Geschichte rund um Emily und Jonah beschrieben, die mit einem außergewöhnlichen Problem zu kämpfen haben.

Das Buch kann zu Anfang als reines Jugendbuch beschrieben werden, doch dann kommen unheimliche Begebenheiten und es driftet in den Bereich der Fantasy ab. Man merkt ganz deutlich, dass die Autorin es liebt, zu schreiben und sich auch im Schreiben verliert. Denn so entstehen Geschichten mit Herzblut. Und Jonah ist so eine Geschichte.

Nettes kleines OT: Die männlichen Hauptcharaktere in den Büchern der Autorin beginnen immer mit J. Hier eben Jonah, in "Coherent" Jean, in der ADIP-Dilogie Jaze und in der Nachtsonne-Trilogie Jo.

Fazit:
Wunderschön, herzergreifend und emotional.