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kleeblattsbuecherblog

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Die sagenhafte Saubande

Die sagenhafte Saubande - Kommando Känguru - Nina Weger

Matheo hat eine einzigartige Gabe: er kann mit Tieren sprechen. Nur blöd, dass seine Eltern beide gegen Tierhaare allergisch sind und Matheo so kaum mit Tieren in Kontakt kommt. Nur mit der Katze von Tante Ulla hatte er es bisher zu tun, doch diese ist alles andere als ein Muster von Liebenswertigkeit. Leider halten viele Matheo für einen Außenseiter und so hat er keine Freunde. Bis er eines Tages auf die beiden Pudel Toffy und Nero trifft. Sie freunden sich gleich an und Matheo merkt, dass nicht alle Tiere sind wie Tante Ullas blöder Kater. Als im Safaripark das Kängeru Alice Springs verschwindet, machen sich Matheo, Toffy und Nero auf Spurensuche. Kurz darauf lernt Matheo Polly kennen, die sich dem Trio anschließt. Zusammen erleben sie ein Abenteuer rund um Entführung und Erpressung – und lernen, was richtige Freundschaft bedeutet.

Der Klappentext des Buches liest sich wunderbar, erwartet man doch eine zauberhafte Geschichte rund um Tiere und zwei  junge Menschen, die sich letztendlich zusammenraufen und gute Freunde werden. Genau diese Geschichte wird einem dann geboten, doch hat mich einiges auch abgeschreckt.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig zu lesen und es macht auch Freude, der Geschichte zu folgen, wenn man nicht das empfohlene Alter (ab 8 Jahren) für das Buch hat. Bis man dann auf ein paar Dinge stößt, die mich doch skeptisch gemacht haben, ob ich das Buch in diesem Alter meinem Kind zu lesen geben würde.

Im Vorfeld möchte ich klarstellen, dass ich nichts gegen Homosexualität habe, aber die Autorin stellt die Beziehung der beiden Pudelrüden Toffy und Nero dann doch so dar, als wären diese beiden ein Paar. Kleine Andeutungen und Gesten verstärken diesen Eindruck und so stelle ich mir vor, dass doch gewisse Fragen bei Kindern auftauchen werden. Und dies gerade anhand Hunden erklären zu müssen, finde ich dann doch nicht passend.

Weiter ist die Thematik, also die Entführung des Kängerus zu Anfang nicht deutlich. Denn erst wird davon ausgegangen, dass die Kängeru-Dame Alice ausgebüxt ist. Und zwar aus Liebeskummer, weil ihr Mann Axel Springs sie angeblich mit einer anderen Kängeru-Dame betrogen hat. Nun gehen die Kängerus im Gehege davon aus, dass sich Alice quasi vor den nächsten Zug schmeißt, sprich sie selbstmordgefährdet sei.
Auch diese Thematik hat in einem Kinderbuch, dass sich nicht ausdrücklich mit diesem Thema beschäftigt, nichts zu suchen.

Dritter Knackpunkt ist die Ausdrucksweise der 9jährigen Polly, die mit Kraftausdrücken um sich wirft. Dies stört keinen, obwohl sie manchmal einen „scharfen Blick“ zugeworfen bekommt, wenn ihr wieder etwas über die Lippen kommt, dass für Kinderohren nur im Notfall geeignet ist.

Für mich als erwachsene Leserin waren diese Punkte schon sehr heftig. Gehe ich allerdings nicht mit „Kinderaugen“ an dieses Buch heran, erwartet einem eine spannende Geschichte rund um einen Entführungsfall mit Hauptcharakteren, die nicht nur menschlich sind.

Es ist schon witzig, wie sich zwei 9jährige Menschen, ein Suchschwein, zwei Pudel und ein Rabe zusammenraufen, um letztendlich ein Kängeru und noch einiges mehr zu retten.

Fazit:
Die Idee ist witzig, die Umsetzung teilweise gelungen.