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kleeblattsbuecherblog

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Sommer in Grasgrün

Sommer in Grasgrün: Ein Brägenbeck-Roman - Annell Ritter

Nach dem Tod ihrer Tante erbt Carla einen Bauernhof in einem abgelegenen Dorf namens Brägenbeck mitten in Norddeutschland. Für eine Großstadtpflanze aus München ist das natürlich ein Kulturschock. Doch Carla nimmt die Herausforderung an und stattet dem Dörfchen einen Besuch ab. Sie nutzt die Chance, um einfach mal abzuschalten: von ihrem Beruf als Anwältin, von ihrem Ex-Verlobten und einfach dem stressigen Leben. Was sie aber in Brägenbeck vorfindet, übersteigt selbst ihre Vorstellungen. Und das streikende Cabrio bringt sie auch noch einem gutaussehenden Mechaniker näher...

Der Klappentext hat mich sehr gereizt und ich hatte Lust, mal wieder einen locker-flockigen Roman zu lesen, bei dem man nicht nachdenken braucht.

Der Schreibstil ist einfach gehalten und man fliegt durch das Buch hindurch. Allerdings muss ich zugeben, dass ich manchmal zu sehr „geflogen“ bin und meine Gedanken abschweiften und ich mich dann doch nicht mehr so richtig auf die Geschichte konzentrieren konnte.

Die Autorin bedient sich jeder Menge Klischees. Da dies von Anfang an der Fall ist, konnte ich damit gut leben und fand sie zeitweise einfach sogar richtig passend für den Verlauf der Geschichte, allerdings hat mich gerade die beste Freundin Carla, Marie-Louise, kurz Lou zeitweise doch ein bisschen genervt. Dies lag wahrscheinlich daran, dass ich mich mit Carla identifizieren konnte, mir aber nie vorstellen könnte, mit Lou befreundet zu sein. Die beiden waren mir zu gegensätzlich.

Ansonsten ist das Buch eine schöne Liebesgeschichte. Gestresste Anwältin zieht aufs Land, um dort ein neues Leben zu beginnen mit allem Drum und Dran. Sieht man mal von der nervigen Lou ab, erwartet einem ein witziger Roman rund um das Dorfleben mit den typischen Figuren, sei es der frauensuchende Polizeichef, der heiße Mechaniker, die tratschende Friseuse oder der geldgierige Bauer.

Gewünscht hätte ich mir ein paar mehr Seiten. Manche Situationen wurde dann doch sehr schnell und einfach gelöst. So auch am Ende. Der Showdown war umfangreich, eins jagt das andere und plötzlich ist alles irgendwie geregelt. Insoweit hoffe ich, dass dies in der Fortsetzung vielleicht besser gelöst wird.

Fazit:
Eine schöne Geschichte mit guten Ansätzen, aus der etwas mehr gemacht werden könnte.