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kleeblattsbuecherblog

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ein spannender Krimi mit überraschenden Wendungen

Jack the Ripper und der Erbe in Görlitz (Krimi 30) - Katrin Lachmann
Marco Petzold lebt als Fahrradkurier mehr schlecht als recht. Doch hat er sein Leben einigermaßen im Griff. Bis ihn ein Brief von einem Anwalt erreicht, in welchem ihm mitgeteilt wird, dass er nach London kommen soll, um ein Erbe anzutreten. Zusammen mit der Anwaltsgehilfin Carolin macht sich Marco auf nach England. Dort werden ihm Unterlagen übergeben, mit denen sich Marco und Carolin näher beschäftigen. Immer wieder taucht der Name Jack the Ripper auf. Je näher Marco in die Materie eintaucht, merkt er, dass er dabei ist, das Geheimnis zu lösen, welches sich um den Mörder rankt. Doch nicht nur Marco will Gewissheit, auch andere machen Jagd auf die Unterlagen. Und auf Marco.
 
Ich gebe zu, ich bin zu Anfang sehr skeptisch an das Buch herangegangen. Doch mit jeder Seite, die ich las, bin ich mehr in den Bann gezogen worden, habe ich mich auf die Geschichte einlassen können und mit Begeisterung am Rätselraten teilgenommen.
Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren und die Autorin hat dies mit Bravour geschafft. 
 
Da ich das Buch zusammen mit der Autorin in einer Leserunde gelesen habe, hatte ich auch noch das Glück, diverse Fragen zu den Hintergründen stellen zu können, die mir auch sehr ausführlich beantwortet wurden. So hatte ich natürlich den Vorteil, hinter die Kulissen schauen zu dürfen und die Beweggründe der Autorin auch nachvollziehen zu können.
 
Die Geschichte fängt schon spannend an, in dem ein Rückblick ins Jahr 1890 gewährt wird. Hier wird durch eine geheimnisvolle Frau im roten Kleid gleich ein Spannungsbogen geschaffen, der sich durch das ganze Buch zieht. Denn die Autorin gibt immer wieder kleine Rückblicke in die Vergangenheit, die sich auf Jack the Ripper beziehen. Die Opfer bekommen einen Platz eingeräumt, aber auch andere Personen wie Ärzte oder Kommissare. So ergibt sich eine gute Mischung aus historischen Hintergründen und aktuellem Gegenwartsgeschehen.
 
Marco hat mir zwar teilweise in seinem Handeln nicht gefallen, aber - nach Nachfrage bei der Autorin - konnte ich dann verstehen, dass er ebenso Ecken und Kanten hat, wie die anderen Protagonisten. 
 
Natürlich gibt es dann auch die Gegenseite, diejenigen, die unbedingt selbst herausfinden wollen, wer denn Jack the Ripper war. Und der auch jedes Mittel recht ist. So ergibt sich ein guter Gegenpart und das Wettrennen kann seinen Lauf nehmen.
 
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig lesbar. So fliegt man durch die Geschichte. Leider ist das Buch nur 208 Seiten stark. Ich hätte gerne noch länger gelesen und mich mit Marco zusammen am Rätselraten beteiligt. Die Autorin gab aber - wenn auch nur kleinen - Lichtblick, dass es vielleicht mal eine Fortsetzung geben könnte. 
 
Sehr schön fand ich, dass die Autorin immer wieder kleine Architekturhinweise miteingebaut hat. Gerade, da die Geschichte in Görlitz spielt. Hier scheint es viele wunderschöne Ecken zu geben, die ich gerne mal live sehen würde.
 
Auch die verschiedenen Wendungen und Überraschungen, die die Autorin eingebaut hat, trugen dazu bei, dass man das Buch am Liebsten nicht aus der Hand legen möchte.
 
Fazit:
Ein spannender Krimi mit vielen überraschenden Wendungen.